Component Obsolescence Group Deutschland

Component Obsolescence Group Deutschland

Präventive Maßnahmen und effiziente Strategien

Der Motor vieler Märkte heißt Innovation und damit auch Erneuerung. Kürzere Produktlebenszyklen und der Innovationsdruck, unter dem die Halbleiterhersteller stehen, führen allerdings auch dazu, dass die Verfügbarkeitsdauer von Bauelementen immer weiter zurückgeht. Ein Problem vor allem für die Hersteller langlebiger industrieller Wirtschaftsgüter. In der Component Obsolescence Group e.V. (COG) beschäftigen sich Fachleute mit Problemen und Lösungen rund um das Obsolescence-Management.
Während in der Automobil-, Raumfahrt-, Militär-, Bahn-, Kraftwerks-, Medizin- und Automatisierungstechnik Produktlebenszyklen von fünf, zehn oder noch mehr Jahren nach wie vor keine Seltenheit sind, werden die benötigten High-Tech-Komponenten heutzutage von ihren Herstellern manchmal schon nach weniger als einem Jahr wieder abgekündigt und durch oft nur bedingt kompatible Nachfolgemodelle ersetzt. Dadurch sind auch die eigentlichen Industrie-Komponenten der Marktdynamik der Consumer-Bauteile unterworfen, und die Kunden sind mit zahlreichen Änderungs- oder Abkündigungsmitteilungen konfrontiert.

Umfassende Information

Wie geht man als betroffenes Unternehmen mit dieser prekären Situation am Besten um? Welche präventiven Maßnahmen bieten den besten Schutz vor möglicherweise teuren Spätfolgen? Was tun, wenn Komponenten eines Produktes oder Systems plötzlich nicht mehr verfügbar sind? Wann lohnt die Nachfertigung von Halbleitern? Wie hoch sind die Kosten für eine etwaige Langzeitlagerung? Antworten auf diese und andere Fragen gaben Experten auf der von der Component Obsolescence Group (COG) Deutschland e.V. Anfang Dezember letzten Jahres veranstalteten COG expo 2011. In verschiedenen Vorträgen informierten Experten über präventive Maßnahmen und effiziente Strategien im Umgang mit abgekündigten Komponenten. Auch Nichtmitglieder erhielten dabei die Chance, sich an den Ständen von über 20 spezialisierten Dienstleistern umfassend über alle Facetten der Obsolescence-Thematik zu informieren. Das vielfältige Angebot der anwesenden Aussteller reichte von komplexen Bauteile-Datenbanken mit integrierter Abkündigungsprognose über internationales Beschaffungsmanagement, Engineering-, Rework- und Electronic-Manufacturing Services bis hin zur Nachserienfertigung abgekündigter Bauelemente und Entwicklung kundenspezifischer Replacement-ICs.

Obsolescence-Management

Im 2004 gegründeten Industrie-Interessenverband COG Deutschland e.V. beschäftigen sich Gleichgesinnte mit dem Thema Obsolescence-Management. Ziel ist es, die Folgen der Nichtverfügbarkeit von Komponenten in Produkten zu minimieren oder im besten Fall zu verhindern. Dazu COG-Vorstand Ulrich Ermel: „Die COG wurde ins Leben gerufen, um von der Obsolescence-Problematik betroffenen Unternehmen eine gemeinsame Diskussionsplattform zu bieten, um Erkenntnisse über Verfahren und Lösungen zu teilen, die Entwicklung von Obsolescence-Hilfsmitteln voranzutreiben und dem Thema Obsolescence-Management ein schärferes Profil zu geben. Einen großen Vorteil, der sich aus der Mitgliedschaft in der COG ergibt, sieht Ermel in der Möglichkeit, sich auf den einmal im Quartal stattfindenden Sitzungen zu Netzwerken zusammenzuschließen. „Selbst Mitglieder, die sonst auf dem Markt als Wettbewerber auftreten, unterstützen sich gegenseitig bei der Problemlösung, indem sie ihre gemeinsamen Erfahrungen nutzen.“