
Die Pendelbahn Connect verläuft parallel zur bestehenden Titlis Rotair, der drehbaren Luftseilbahn mit 360° Rundsicht. Sie verbindet die Talstation auf 2.428m Höhe mit der Bergstation auf 2.990m Höhe. Auf einer Strecke von knapp 1,4km überwindet sie eine Steigung von 76 Prozent. Auch wenn die Connect nur die Nebenbahn zur Rotair ist, ist ihre Installation von weitreichender Bedeutung für das touristische Konzept der Titlis Bergbahnen: Sie sorgt dafür, dass der Bahnbetrieb zur Bergstation durchgängig aufrechterhalten bleibt, wenn die Rotair gewartet wird – was ganze zwei Wochen dauert.
Die Anforderungen an das Anlagenkonzept waren damit gesetzt: Sie umfassten ein besonders hohes Maß an Ausfallsicherheit, Sicherheit und Fahrkomfort sowie Effizienz und einen geringen Wartungsbedarf. Die Anlagenbauer Steurer Seilbahnen setzen seit einigen Jahren auf Antriebssysteme von Nord. „Die Erfahrung und Kompetenz, die Nord in der Antriebsauslegung für Seilbahnen mitbringt, war gerade für diese Anlage sehr wertvoll“, sagt Stefan Terzer Projektmanager bei Steurer Seilbahnen. „Die Stationen am Titlis sind zum Teil offen und die Mechanik somit der Witterung am Berg ausgesetzt; das bringt schon besondere Herausforderungen bei so einem Projekt mit sich.“ Zudem handelt es sich bei der Connect um eine einspurige Seilbahn, deren Fahrten also ohne Gegengondel erfolgen. Da der Transport auf den Berg nur per Unterlasttransport mit der Bahn möglich war, durfte das Gesamtgewicht der Einzelkomponenten maximal 5t betragen.

Bis 190kNm Abtriebsdrehmoment
Die Nord-Lösung ist der Hauptantrieb der Pendelbahn, der sich im Maschinenraum in der Bergstation befindet. Herzstück ist das Stirnrad-Industriegetriebe Maxxdrive XC in der Baugröße 14. „Es ist das zweitgrößte Industriegetriebe unseres Maxxdrive-Portfolios. Es ermöglicht Abtriebsdrehmomente bis 190.000Nm und eignet sich daher ideal für Mischer, Förderbänder und eben Seilbahnen“, sagt Daniel von Rickenbach, Leiter Innendienst der Schweizer Tochtergesellschaft Getriebebau Nord.
Eine Besonderheit ist die Vielkeilwelle, mit der Steurer Seilbahnen das Maxxdrive XC für die Connect-Lösung haben ausstatten lassen. Ihre zahlreichen Keilzähne ermöglichen eine effiziente Übertragung großer und wechselnder Drehmomente. Ihre Bauweise sorgt zudem für eine gleichmäßige Lastverteilung auf die Welle und macht sie damit zu einer verschleiß- und wartungsarmen Komponente. Auch mit anderen Eigenschaften stellt das Industriegetriebe von Nord eine hohe Zuverlässigkeit sicher. Es verfügt über große Wälzlager und Achsabstände, die die Belastbarkeit und Lebensdauer der einzelnen Komponenten erhöhen. Sein effektives Kühlsystem reduziert die Temperaturen und verlängert die Gebrauchsdauer der Schmierstoffe.
Bei der Connect wird das Maxxdrive XC mit einem 900kW-Motor angetrieben. Das Getriebe reduziert die Drehzahl und erhöht das Drehmoment für die am Abtrieb angetriebene Seilscheibe. Die Verbindung zur Seilscheibe erfolgt über eine im Stillstand schaltbare Bogenzahnkupplung, die im Falle eines Defekts das Entkoppeln des Antriebsstrangs und das Leerfahren der Bahn mit dem Notantrieb ermöglicht. Komplettiert wird das Antriebssystem durch zwei Bremsscheiben für die Betriebsbremsen und eine Schwungscheibe zwischen Motor und Getriebe für die nötige Dynamik.

Kurze Projektzeiten dank technischer Expertise
Das passend dimensionierte und ausgelegte Antriebssystem sorgt für einen effizienten Betrieb der Pendelbahn mit stufenlos regulierbarer Geschwindigkeit. Nord überzeugte hier mit seiner technischen Expertise, aber auch mit seiner Umsetzungskompetenz. „Da wir mit den spezifischen Anforderungen einer Vielzahl von Anwendungen vertraut sind, können wir eine Projektierung innerhalb kurzer Zeiten realisieren“, sagt von Rickenbach. „Das schlägt sich auch in einer besseren Bevorratung nieder, dank der wir dann kurze Lieferzeiten ermöglichen können.“ Eine Nord-Stärke, die auch Stefan Terzer von Steurer Seilbahnen schätzt: „Die Zusammenarbeit läuft schnell und unkompliziert ab; Rückmeldungen erfolgen prompt und sind stets kompetent.“ Der Seilbahnbauer plant auch weiterhin mit dem Antriebssystem von Nord, um künftigen Anforderungen im Seilbahnbau hinsichtlich hoher Energieeffizienz und geringer Wartungsumfänge gerecht zu werden.














