Vom Kamerabild bis zum SPS-Code

 Mit iPhysics kann man Anlagen aus Katalogelementen wie Förderband und Antrieb zusammensetzen und daraus per Knopfdruck das SPS-Layout erstellen.
Mit iPhysics kann man Anlagen aus Katalogelementen wie Förderband und Antrieb zusammensetzen und daraus per Knopfdruck das SPS-Layout erstellen. – Bild: Machineering GmbH & Co. KG

Modelle nachzubauen, Variablen zuzuordnen, Roboterprogramme neu zu schreiben oder Antriebe nach Erfahrung auszulegen kostet viel Zeit, die an anderer Stelle sinnvoller genutzt werden könnte. Mit iPhysics, der Simulationsplattform für virtuelle Inbetriebnahme, will Machineering genau diese Brüche schließen. Mit dem iPhysics Render Stream Viewer (RSV) lassen sich Kamerasysteme über den Standard GenICam in die Simulation einbinden. Die virtuelle Szene wird so ausgegeben, als stamme sie von einer echten Kamera. So können KI-Modelle zur Objekterkennung mit realen oder in iPhysics erzeugten Bildern trainiert werden, bevor eine Kamera an der Anlage montiert ist.

Code und SPS-Blöcke auf Knopfdruck

In iPhysics erstellte Roboterprogramme lassen sich in Code umsetzen, der in unterschiedlichen SPS-Umgebungen eingebunden werden kann. Die manuelle Programmierung der Robotik entfällt damit weitgehend. Das Prinzip ist nicht an ein bestimmtes System gebunden.

Wie weit die Automatisierung bei der Steuerungsplanung gehen kann, zeigt eine Demo mit dem Siemens TIA Portal: iPhysics durchsucht das Modell nach Antrieben und erzeugt in TIA die dazu passenden Blöcke. Das erleichtert das Mapping und die Logik wird anschließend manuell ergänzt oder aus einem bestehenden Projekt übernommen. Die Anbindung soll künftig auch für weitere Systeme zur Verfügung stehen. Dazu passt der Layoutaufbau, bei dem iPhysics Anlagen aus Katalogelementen wie Förderband und Antrieb zusammensetzt und daraus per Knopfdruck das SPS-Layout erstellt.

Antriebe in der Simulation auslegen

Am Beispiel eines Roboters berechnet iPhysics Kräfte und Drehmomente an den Gelenken. Verschiedene Antriebe lassen sich vergleichen, entweder mit idealen Werten oder bereits eingestellt auf den vorgesehenen Antrieb. Die Durchführbarkeit wird so schon in der Simulation unabhängig vom Antriebstyp geprüft. Das verhindert teure Fehlentscheidungen, bevor die Hardware bestellt wird. Ergänzend zeigt Machineering am Stand den Fluid Solver anhand eines Modell sowie einer realen Abfüllanlage. Über Streaming ins Omniverse entsteht eine fotorealistische Darstellung.

Ein in iPhysics integrierter Assistent ermöglicht die Zusammenarbeit mit jeder KI-Lösung. Die Anwender steuern ihn per Text in einem eigenen Fenster und der Assistent passt das Modell entsprechend an. Die Kommunikation läuft über eine REST-API, sodass sich der Assistent flexibel anbinden lässt.

Komponentenmodelle als Datenbasis

Automatisierungsprojekte stehen und fallen mit der Qualität und Verfügbarkeit digitaler Komponentenmodelle. In iPhysics stehen diese direkt im Katalog bereit und lassen sich ohne zusätzlichen Modellierungsaufwand in Anlagenmodelle integrieren. Grundlage dafür sind 3D-Katalogmodelle, FMUs und Kommunikationsschnittstellen.

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