Die am 21. Oktober bekannt gewordenen PHP-Sicherheitslücken haben dazu geführt, dass Unternehmen und Kommunen ihre Server vom Netz genommen haben, um nicht Ziel eines Cyberangriffs zu werden. Der Cybersecurity-Spezialist BXC betont in diesem Zusammenhang, dass in der Diskussion bislang übersehen wurde, dass auch OT-Systeme PHP einsetzen. In einem Kommentar erläutert Létitia Combes, Geschäftsführerin und Co-Gründerin von BxC Security, was Industrieunternehmen nun tun sollten und warum es aus ihrer Sicht keine schnellen Lösungen gibt:
„Die beiden kritischen PHP-Sicherheitslücken stellen nicht nur für klassische IT-Systeme, sondern auch für industrielle Produktionsumgebungen ein erhebliches Risiko dar. Denn PHP kommt auch in der Operational Technology (OT) zum Einsatz, etwa in Managementoberflächen von Firewalls, industriellen Steuerungen, Fernwartungsportalen oder Monitoring-Systemen.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt, betroffene Systeme schnellstmöglich zu aktualisieren oder gegebenenfalls vorübergehend vom Netz zu nehmen. In der OT ist dies jedoch nicht immer ohne Weiteres möglich. Die Abschaltung einzelner Komponenten kann den Produktionsbetrieb beeinträchtigen. Zudem sind Unternehmen bei vielen industriellen Geräten auf Firmware-Updates der Hersteller angewiesen, die möglicherweise erst nach mehreren Wochen verfügbar sind.
Industrieunternehmen sollten daher zunächst prüfen, welche Systeme betroffen sind, und insbesondere Komponenten an der Schnittstelle zwischen IT und OT absichern. Wo Sicherheitsupdates nicht unmittelbar verfügbar sind, müssen zusätzliche Schutzmaßnahmen greifen. Dazu gehören eingeschränkte Zugriffsrechte, eine konsequente Netzwerksegmentierung sowie die kontinuierliche Überwachung auf verdächtige Aktivitäten.“












