
Laut einer Studie von Myra Security haben mehr als ein Drittel (37%) der Führungskräfte auf Vizepräsidentenebene bereits vertrauliche oder nicht für eine KI freigegebene Daten mit künstlicher Intelligenz bearbeitet. Auch jeder fünfte C-Level gibt dies an. Bei den Befragten ohne Führungsverantwortung liegt dieser Wert nur bei 8%. Für die Untersuchung wurden mehr als 4.000 berufliche KI-Nutzende in Deutschland befragt.

Schatten-KI in der Chefetage
46% der Befragten nutzen KI täglich im beruflichen Kontext, weitere 41% mehrmals pro Woche. Viele Beschäftigte arbeiten parallel mit mehreren Angeboten. Im Durchschnitt geben 33% an, dass ein internes KI-Tool des Arbeitgebers zur Verfügung steht. 36% nutzen bereitgestellte Accounts bei externen Anbietern. Für berufliche Zwecke nutzen 41% auch ihre privaten Accounts und 34% sogar frei zugängliche Angebote, für die teils keine Anmeldung notwendig ist. Interne Lösungen sind damit der in der Studie am seltensten genannte Zugangsweg. Laut Ergebnis steigt der Einsatz privater Accounts in den oberen Unternehmenspositionen für berufliche Zwecke sogar an. Die stärksten User eigener Zugänge sitzen demnach auf Vizepräsidenten- (58%) und C-Level-Ebene (52%). Beschäftige ohne Führungsverantwortung greifen mit 43% seltener zum Privat-Account als ihre Chefs. Myra Security betont, dass durch diesen hohen Anteil von Schatten-KI für Unternehmen das Risiko besteht, die Hoheit über teils sensible und vertrauliche Daten an externe Anbieter zu verlieren.
US-Modelle werden am häufigsten genutzt
Obwohl User meist mehrere KI-Modelle nutzen, spielen europäische Angebote wie Le Chat von Frankreichs Mistral AI und Lumo vom Schweizer Anbieter Proton mit Anteilen von jeweils etwa durchschnittlich 2% eine bisher untergeordnete Rolle. 80% aller Befragten verwenden ChatGPT von OpenAI, 59% Gemini von Google, 35% Copilot von Microsoft und 18% Claude von Anthropic. Der chinesische Anbieter DeepSeek kommt in der Studie auf 8%.
Mit der aufsteigenden Karriereleiter verschiebt sich das Bild. Claude nutzen 36% auf C-Level und 35% der Vizepräsidenten, bei Beschäftigten ohne Führungsaufgabe sind es nur 10%. Der deutlichste Abstand zeigt sich in der Studie beim chinesischen DeepSeek: 23% der Vizepräsidenten und 16% auf C-Level verwenden es, ohne Führungsaufgabe 4%. Europäische Angebote bleiben auch dort die Ausnahme: Mistrals Le Chat hat den höchsten Wert von 11% auf der Ebene der Vizepräsidenten. Proton Lumo kommt hier auf 6%. Anhand der Ergebnisse und mit Blick auf die digitale Souveränität heben die Studienautoren die Abhängigkeit deutscher Unternehmen von Anbietern außerhalb Europas hervor.











