Die Trennung von Safety und Standardautomatisierung wirkt sich zudem unmittelbar auf die Security-Betrachtung aus. Da das Safety-System oftmals weniger Schnittstellen besitzt, sinkt das potenzielle Angriffsrisiko. Sicherheitskritische Funktionen sind weniger stark externen Einflüssen ausgesetzt und können wirksamer geschützt werden.

Kleinsteuerungen sind Sicherheitsbauteile

Gerade im Hinblick auf die MVO ist dies ein wichtiger Aspekt. Diese fordert unter anderem Maßnahmen zum Schutz gegen unbeabsichtigte oder absichtliche Manipulation sicherheitsbezogener Funktionen. Besonders bei Sicherheitskomponenten wie etwa auch Kleinsteuerungen ist das entscheidend, da sie direkt zur Unfallvermeidung beitragen. Die MVO definiert Sicherheitsbauteile ausdrücklich als eigenständige sicherheitsrelevante Komponenten. Deshalb müssen sie unabhängig von der Gesamtmaschine bewertet werden und eine eigene CE-Kennzeichnung erhalten. Pnozmulti 2 unterstützt diesen Ansatz durch integrierte Security-Mechanismen wie Benutzerverwaltung, Authentifizierung und Passwort-Richtlinien. Sicherheitsrelevante Konfigurationen lassen sich dadurch vor unberechtigten Eingriffen schützen.

Zonenkonzepte nach IEC 62443 umsetzen

Für die praktische Umsetzung von Security-Zonen reicht eine technische Trennung allein nicht aus. Ebenso wichtig ist die Kontrolle darüber, wer Zugriff auf Systeme erhält und welche Berechtigungen vergeben werden. In Verbindung mit dem Identification and Access Management I.A.M. von Pilz lassen sich mit der Kleinsteuerung entsprechende Zonenkonzepte gemäß IEC 62443 realisieren. Dabei können Zugriffsrechte rollenbasiert vergeben und dokumentiert werden. Gleichzeitig lassen sich Übergänge zwischen Netzwerken – den Conduits – technisch einfacher absichern und nachvollziehbar dokumentieren. Dies vereinfacht nicht nur den Betrieb und die Wartung, sondern unterstützt auch die Nachweisführung gegenüber Kunden, Auditoren oder Prüforganisationen.

Vorteile bereits in der Planungsphase

Die Vorteile einer segmentierten Architektur zeigen sich bereits in der Planungsphase. Werden Sicherheitsfunktionen von Beginn an über ein separates Safety-System realisiert, lassen sich Zuständigkeiten und Kommunikationsbeziehungen klar definieren. Risikoanalysen werden übersichtlicher, Security-Maßnahmen können gezielter umgesetzt werden und die Dokumentation wird vereinfacht. Darüber hinaus profitieren Maschinenbauer von einer höheren Investitionssicherheit. Pnozmulti 2 verfügt bereits über ein EU-Baumusterprüfzertifikat gemäß Artikel 25 der MVO. Damit können Maschinenbauer auf eine Sicherheitskomponente zurückgreifen, deren Konformität schon unabhängig geprüft wurde. Dies kann den Aufwand bei der späteren Konformitätsbewertung der Gesamtmaschine reduzieren und die Umsetzung zukünftiger Anforderungen erleichtern.

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