Wie staatliche APT-Akteure leistungsfähige KI für Cyberoperationen nutzen

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Eine neue Studie von TrendAI zeigt, wie unterschiedlich staatliche APT-Akteure (APT= Advanced Persistent Threat) in China, Russland, Nordkorea und Iran KI für Cyberoperationen nutzen. Die Strategien spiegeln wider, welche technischen und infrastrukturellen Möglichkeiten den Akteuren zur Verfügung stehen und wie sie den Zugang zu KI organisieren. Den Studienautoren zufolge geht es dabei nicht allein um die verwendeten Modelle, sondern auch darum, wie unabhängig die Akteure von einzelnen Anbietern sind. Sie erläutern, dass die meisten beobachteten Fälle staatsnaher KI-Nutzung über kommerzielle Anbieter laufen; setzen Staaten künftig stärker auf eigene Modelle, nimmt für Verteidiger die Sichtbarkeit ab.

Wie die Autoren weiter mitteilen, kann China auf ein breites nationales KI-Ökosystem zurückgreifen und dadurch auf alternative Modelle ausweichen. Russland nutzt verfügbare KI-Modelle pragmatisch als Kraftverstärker für bestehende Operationen. Nordkorea kombiniert ausländische KI-Dienste mit lokal betriebenen Modellen und Zugängen über im Ausland tätige IT-Arbeitskräfte. Iran setzt vor allem kommerzielle KI-Dienste ein. TrendAI betont, dass diese Vielfalt für die Verteidigung relevant ist, weil sich daraus unterschiedliche Möglichkeiten ergeben, KI-gestützte Aktivitäten zu erkennen.

Blick auf Russland

Der Analyse zufolge nutzen russische APT-Akteure verfügbare Modelle, um bestehende Cyber- und Spionagefähigkeiten zu beschleunigen – unter anderem für Reconnaissance, Social Engineering, Malware-Entwicklung, Obfuskation und Post-Compromise-Aktivitäten. In der von TrendAI analysierten Kampagne GTG-20006, die mit Earth Koshchei in Verbindung steht, kam KI über nahezu die gesamte Angriffskette zum Einsatz. Betroffen waren mehr als 20 Organisationen, insbesondere in der Ukraine und Europa, darunter Regierungs-, diplomatische und Verteidigungsorganisationen sowie Hersteller und Zulieferer im Drohnenbereich. Wurde Malware erkannt, konnten KI-Agenten sie autonom verändern und neu erstellen, bis sie nicht mehr detektiert wurde. TrendAI verweist zudem auf einen Fall, der zeigt, dass russische Akteure dafür nicht auf westliche Frontier-Modelle angewiesen sind: Lamehug nutzte Qwen2.5-Coder über die Hugging-Face-API, um während einer laufenden Operation dynamisch Windows-Befehle zu generieren.

Blick auf China

TrendAI betont zudem, dass China mit Modellen wie Qwen, DeepSeek, GLM und MiniMax über das am stärksten ausgeprägte heimische KI-Ökosystem der untersuchten Staaten verfügt. Das schafft nicht nur eigene Fähigkeiten, sondern auch Ausweichmöglichkeiten, wenn westliche KI-Dienste nicht verfügbar sind. Die Untersuchung dokumentiert mehrere Fälle, in denen China-nahe Akteure KI für Vulnerability Research, Exploit-Anpassung, Malware-Entwicklung und Post-Compromise-Aktivitäten einsetzen. In einem Fall wechselte ein Akteur während einer Operation von Claude Opus 4.6 auf Xiaomis MiMo-V2.5-Pro, nachdem es Probleme mit dem westlichen Modell gab.

Blick auf Nordkorea

Nordkorea betreffend teilt TrendAi mit, dass das Land einen anderen Weg verfolgt und ausländische KI-Dienste, im Ausland eingesetzte IT-Arbeitskräfte und lokal betriebene Modelle kombiniert. KI unterstützt dabei unter anderem gefälschte Identitäten, AI-generierte Lebensläufe, Face-Swaps und Bewerbungsgespräche. Über das sogenannte IT-Worker-Modell können sich Akteure Zugang zu westlichen Unternehmen und damit potenziell zu Quellcode, internen Systemen und proprietären Daten verschaffen. Durch den Einsatz lokal betriebener LLM-Umgebungen finden Aktivitäten teilweise außerhalb der Sichtbarkeit kommerzieller KI-Anbieter statt.

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