AMS Osram hat im vergangenen Quartal einen soliden Umsatz von 847Mio.€ erwirtschaftet. Das Ergebnis lag innerhalb der prognostizierten Spanne und saisonal bedingt 61Mio.€ unter dem Vorquartal. Auf vergleichbarer Basis verbesserte sich der Umsatz binnen Jahresfrist um rund 5% gegenüber dem bereinigten Umsatz von 817Mio.€ im ersten Quartal 2023. Haupttreiber für den Anstieg gegenüber dem Vorjahr waren das Automotive- und das Consumer-Halbleitergeschäft, während das Industriegeschäft schwächer blieb als im Vorjahr. Ende Februar gab das Unternehmen bekannt, dass ein Hauptkunde das Schlüsselprojekt zur Entwicklung von MicroLED eingestellt hat. Osram wird daher seine MicroLED-Entwicklungsaktivitäten sowohl in Malaysia als auch in Deutschland reduzieren und die Aktivitäten auf eine kleine Kernentwicklung beschränken, die auf das eigene Kerngeschäft, hauptsächlich für Anwendungen im Automobilbereich, ausgerichtet ist. Die Einstellung des Schlüsselprojekts soll zu Einmalaufwendungen von rund 700Mio.€ führen. Für den Rest des Jahres könnten weitere Transformationskosten von bis zu 70Mio.€ anfallen, wenn die Entwicklungsstrukturen für MicroLED angepasst wird. Diese Kosten beinhalten Restrukturierungsmaßnahmen. Die Umsatzerlöse im Segment Optische Halbleiter beliefen sich im ersten Quartal 2024 auf 345Mio.€. Die Profitabilität soll weiterhin durch Kosten aufgrund von Unterauslastung, durch hohe F&E-Kosten vor der Anpassung der MicroLED-Entwicklungsstrukturen und durch eine deutlich geringere Kapitalisierung von F&E-Kosten aufgrund der Stornierung des MicroLED-Schlüsselprojekts beeinträchtigt sein.
„Die Branchendynamik in unseren LED-Märkten hat sich mit der Absage des Schlüsselprojekts für MicroLED verändert. Wir passen unsere Strategie entsprechend an und verstärken unsere Investitionen in das bald größte LED-Marktsegment, die Automobilindustrie, das in den kommenden Jahren strukturell wachsen wird. Zudem planen wir aus der 8-Zoll-Fabrik auszusteigen und unsere MicroLED-Entwicklung auf unsere Bedürfnisse für Automobilanwendungen anzupassen, um unseren Weg zu einem wirklich positiven Free Cashflow im Jahr 2025 zu beschleunigen. In einem schwierigen Umfeld konnten wir im ersten Quartal im Jahresvergleich auf vergleichbarer Basis ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr erzielen, das vom strukturellen Wachstum in der Automobilindustrie und einer gewissen zyklischen Erholung getragen wurde. Die vielversprechenden mittelfristigen Wachstumsaussichten für alle unsere Kerngeschäfte, auf die wir uns in den Bereichen Automotive, Industrie, Medizintechnik und ausgewählten Konsumgüter konzentrieren, bleiben weiterhin bestehen“, sagte Aldo Kamper, CEO von AS Osram.
In den Halbleitersegmenten erwartet das Unternehmen weiterhin eine robuste Nachfrage aus dem Automobilsektor für seine Halbleiterprodukte. Die Nachfrage aus der Industrie und der Medizintechnik wird schwach bleiben, mit einigen Anzeichen einer Stabilisierung bei bestimmten Massenmarktanwendungen. Die Aussichten für Lieferungen im Konsumgütermarkt sind vorsichtig optimistisch. AMS Osram rechnet weiterhin mit einer Verbesserung der Geschäftsaussichten in der zweiten Jahreshälfte des Geschäftsjahres 2024. Diese wird getrieben durch neue Geschäftsabschlüsse und eine potenzielle Normalisierung im Industrie- und Medizintechnik-Segment.

















