Was wurde eigentlich aus… dem Aufsteckmodul NetHAT und der Entwicklungsumgebung NetPI von Hilscher?

NetField Unity Pro: Die Computing-Plattform von Hilscher für containerisierte IIoT-Anwendungen
NetField Unity Pro: Die Computing-Plattform von Hilscher für containerisierte IIoT-Anwendungen – Bild: TeDo Verlag GmbH

2016

stand der Raspberry Pi vor allem für kostengünstige und flexible Entwicklungsprojekte. Hilscher wollte die Plattform auch für industrielle Anwendungen nutzbar machen. Das Aufsteckmodul NetHAT ermöglichte über einen NetX-Kommunikationschip die Anbindung an Profinet, Ethernet/IP und Ethercat. Mit NetPI kam eine Entwicklungsumgebung hinzu, die den Übergang vom Prototyp zur industrietauglichen Anwendung erleichtern sollte. Bereits damals setzte Hilscher auf Technologien, die heute im Edge Computing etabliert sind: Docker-Container, OPC UA, MQTT und Node-RED. Anwendungen sollten zunächst auf dem Raspberry Pi entwickelt und anschließend auf industrieller Hardware betrieben werden können.

Vom Entwicklungsgerät zum zentralen Management

Wie sich dieser Ansatz weiterentwickelte, zeigte sich 2020 mit NetField Connect. Nach Angaben aus dem Hilscher-Supportforum verwendete das Gerät dieselbe Hardware wie NetPI RTE 3, verfügte aber über eine neue Softwaregeneration. Während die Weiterentwicklung der NetPI-Software eingestellt wurde, kamen bei NetField Funktionen für die zentrale Verwaltung von Geräten und Container-Anwendungen hinzu. Gemeinsam mit Kunden hat Hilscher im Praxiseinsatz gelernt, was industrielle Anwender wirklich brauchen. Daraufhin hat das Unternehmen das NetField-Portfolio weiterentwickelt und speziell auf das Management von Geräten ausgelegt, das – so heißt es aus dem Unternehmen – mittlerweile ein Must-have für Maschinenbauer ist, um IIoT-Lösungen zu skalieren.

Inzwischen umfasst NetField ein breiteres Industrial-IoT-Portfolio aus Edge-Gateways, Betriebssystem, Anwendungscontainern und zentralem Gerätemanagement. Maschinen- und Prozessdaten lassen sich damit erfassen, vorverarbeiten und für weitere Anwendungen bereitstellen. Software kann über verteilte Geräte hinweg zentral verwaltet und aktualisiert werden.

Mit NetField Cloud 4.1 erweiterte Hilscher 2026 das Management auf Linux-basierte Steuerungen und Industrie-PCs. Hinzu kommen zusätzliche Sicherheitsfunktionen und Möglichkeiten zum Betrieb auf eigener Infrastruktur. Eine Kooperation mit Schwarz Digits ergänzt das Angebot um eine europäische Cloud-Infrastruktur.

Damit hat sich der Schwerpunkt deutlich verschoben: Stand 2016 der einfache Einstieg in die industrielle IoT-Entwicklung im Vordergrund, geht es heute um den sicheren und skalierbaren Betrieb vernetzter Maschinen und Edge-Anwendungen. Die damaligen Grundideen – offene Softwareentwicklung, industrielle Konnektivität und Container-Technologie – sind dabei erhalten geblieben.