Box-PCS steuern und überwachen Anlagen
Box-PCS steuern und überwachen Anlagen

Intelligent steuern

In nahezu allen Digitaldruckmaschinen der Heidelberg Druchmaschinen AG ist ein IPC von Kontron aus der KBox C-Serie implementiert. Mit Kontrons KBox als zentralem Rechenknoten hat das Unternehmen einen neuen Hochleistungsleitstand entwickelt, der neue Maßstäbe setzt hinsichtlich Leistungsstärke, Produktionssicherheit und Bedienkomfort von Druckprozessen.

Die KBox C-Serie ist leistungsstark, skalierbar und kommt mit wartungsfreiem Design (Bild: Kontron AG)

Die KBox C-Serie ist leistungsstark, skalierbar und kommt mit wartungsfreiem Design (Bild: Kontron AG)

Die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) ist seit vielen Jahren Anbieter und Partner für die globale Druckindustrie. Sie sorgt für effiziente und zuverlässige Produktionsprozesse und den reibungslosen Zugang zu allen benötigten Materialien. Das Geschäftsmodell basiert auf drei Säulen: Equipment, Service und Verbrauchsmaterialien.

Schnelligkeit und Effizienz

In Druckereien selbst zählen vor allem Schnelligkeit und Effizienz. Die Druckmaschinen werden deshalb im industriellen Betrieb per Touchscreen gesteuert. Bei großen Geräten erfolgt dies in eigens entwickelten Hochleistungsleitständen, voll digitalisierte Steuerzentralen wie dem Prinect Press Center 2. Das schafft Voraussetzungen für eine effiziente Produktion.

Ultra-HD im produktiven Einsatz

Auf dem Prinect Press Center 2 überwachen die Anlagenbetreiber den Druckvorgang an einem riesigen 65Zoll großen Wallscreen. Dieser verfügt über eine im industriellen Bereich sehr seltene 4k-, Ultra-HD-Auflösung. Das ist wichtig, denn nur so lassen sich im produktiven Einsatz alle wichtigen Kennzahlen zu komplexen Druckvorgängen auf einen Blick erfassen. Die Rüstzeit, also der Zeitraum, der benötigt wird, um einen Auftrag auf der Druckmaschine einzurichten, verkürzt sich dank des modernen Leitstandmonitors erheblich. Zum Ultra-HD-Leitstand war es allerdings ein langer Weg. Schon 2014 hatten die Ingenieure von Heidelberg mit der Entwicklung der Steuerzentrale begonnen. Dabei war es für sie eine Herausforderung, die hohe Auflösung des Wallscreens umzusetzen, denn sie stellt hohe Anforderungen an den Leitstandrechner. Hubert Blüm, verantwortlich für den Einkauf elektronischer Automatisierungskomponenten bei Heidelberg: „Ultra-HD-Technologie gibt es heute in jedem gut sortierten Elektronikfachmarkt, doch im industriellen Umfeld ist das nicht selbstverständlich. Dort sind die Komponenten einer viel stärkeren Belastung ausgesetzt. ‚Industrietaugliches Ultra HD‘, das kann nicht jeder.“

Zuverlässige Komponenten

„Wir erwarten hohe Zuverlässigkeit von unseren Komponenten. Unsere Druckmaschinen laufen 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Sie sind als Investitionsgut nicht selten 15 bis 20 Jahre im Einsatz. Lange Wartungsintervalle sind dabei das A und O“, sagt Frank Reitter, Entwicklungsingenieur im Bereich Elektronikkomponenten bei Heidelberg. Zusätzlich zur Bildschirmauflösung verlangen auch die aufwändigen, in die Druckmaschinen integrierten Farb- und Qualitäts-Messsysteme Rechenpower. Insbesondere die Inline-Messsysteme setzen eine hohe Leistungsfähigkeit der verbauten Computerhardware voraus. Sie erfassen in Sekundenbruchteilen Farbgenauigkeit und andere Erscheinungsmerkmale der Druckerzeugnisse und regeln sie bei eventuellen Abweichungen selbständig aus – ein rechenintensives Verfahren.

Prinect Press Center XL 2: Moderne Technologie, intelligente Automatismen und Datenmanagement schaffen die Voraussetzungen für eine dauerhaft effiziente Produktion und bieten die Investitionssicherheit, die Druckbetriebe heute und in Zukunft brauchen. Die neue Leitstandgeneration nutzt konsequent alle Potenziale, um den Zeitaufwand pro Druckauftrag zu reduzieren. (Bild: Heidelberger Druckmaschinen AG)

Anforderungen

Die Anforderungen an den neuen Industrie-PC waren leistungsstark, robust und langlebig. Fündig wurde der Druckmaschinen-Hersteller bei Kontron. „Wir pflegen seit Jahren eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und kennen Kontron als kompetenten Partner im Bereich der industriellen Computer“, so Reitter. Viele Kunden von Kontron stammen aus der Luft- und Raumfahrtindustrie, aus der Transport- und Verteidigungsbranche. Während die Ingenieure bei Heidelberg an einem neuen Leitstand arbeiten, beschäftigen sich die Kontron-Entwickler mit einem neuen Produkt: der KBox C-Serie. Ziel ist es, die Industriecomputer der KBox-Reihe in zwei Punkten zu verbessern: Der Kunde soll die Systeme individuell nach seinen Bedürfnissen konfigurieren können und dabei die Wahl zwischen verschiedenen Leistungsstufen haben: Lüfterlose, wartungsfreie Rechensysteme und hochgradig robuste Hochleistungsrechner – beides soll möglich sein. Als das Team in Heidelberg von der neuen Rechnerserie erfährt, ist klar: die KBox ist die geeignete Rechnerplattform für ihre Zwecke. Die Entwicklung von Leitstand und KBox läuft fortan parallel.

Parallel entwickeln

In regelmäßigen Projektreviews tauschen sich die Experten beider Firmen aus. Heidelberg erwartet etwa eine Vielzahl von Schnittstellen, ohne dass Erweiterungskarten notwendig sind. Das lässt Kontron direkt in die Optionen der Konfiguration bei der KBox einfließen. Frank Reitter: „Die Skalierbarkeit des Systems hat uns überzeugt. Gerade im Entwicklungsprozess ist es ein großer Vorteil, wenn man Systeme entsprechend anpassen kann, sobald es notwendig wird.“ Seit 2016 ist in allen Bogenoffset-Druckmaschinen und nahezu allen Digitaldruckmaschinen von Heidelberg mindestens eine Kontron KBox implementiert. Sie dienen als Steuerzentrale zur Bedienung der Druckmaschine, Farbmessung und Qualitätskontrolle, zur Analyse der Predictive-Maintenance-Daten und dazu, Auftragsdaten für die Verbesserung von Druckereiabläufen auszuwerten. Als zentraler Rechenknoten sammelt und wertet sie alle Daten aus, die von den Druckmaschinen geliefert werden. Auch die Visualisierung aller Daten in Ultra-HD ist kein Problem mehr. „Durch die 4k-Auflösung können wir viel mehr Informationen an zentraler Stelle abbilden und damit die Bedienung ganz anders gestalten. Der Anwender wird viel besser unterstützt und kann noch produktiver agieren“, erläutert Frank Reitter.

Autorin: Sandra Korsinek,
Kontron S&T AG
www.kontron.de

Ausgabe:
Kontron S&T AG
www.kontron.de

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