Einsatz an Maschine oder in Montagehallen mit Robotern
Ist der Prozess bei jedem Gestaltungsprojekt ähnlich, bringt jedes Embedded System eigene Herausforderungen der Gestaltung mit sich. Bei der Entwicklung des Bedienkonzepts für die Schweißgeräte-Serie TPS/i von Fronius galt es, zusätzlich zu den oben erwähnten weitere Anforderungen aus der Analyse-Phase des UCD zu berücksichtigen: Schweißmaschinen werden oft Stößen, Funken und großer Hitze ausgesetzt. Die Umgebung ist geprägt von Lärm, Schmutz und verstreuten, oft direkt strahlenden Lichtquellen. Schweißer, die in solchen Orten arbeiten, benötigen eine robuste Maschine mit klarer Anzeige und einfacher Einstellung der Schweißparameter. Beim Einsatz in Montagehallen mit Robotern liegt jedoch der Fokus auf dem Zugriff auf komplexe Schweißprogramme und viele Detailparameter. Um ein geeignetes Konzept für beide Einsatzszenarien zu finden und bei kostspieligen und empfindlichen Komponenten wie Touchscreens flexibel zu bleiben, gestaltete das Unternehmen UID zusammen mit Schweißexperten in Workshops mehrere Designansätze. Diese wurden nach der Qualität der User Experience (UX) sowie der Robustheit und Verfügbarkeit der Komponenten bewertet – und schließlich das vielversprechendste ausgewählt.
Ein Layout für diverse Bedienkonzepte
Bereits bei der Konzeption der Designvarianten berücksichtigten die Entwickler eventuelle Anpassungen der Komponenten. So zeichnet sich das endgültige Design durch Touch-Flächen an den Seiten des Bildschirms aus, die bei Wegfall des Touchscreens als Softkey-Auszeichnungen zum Einsatz gekommen wären. In den Menüs im Hauptbereich des Layouts sind Schaltflächen zum Blättern vorgesehen. Diese hätten bei einem kapazitiven Touchscreen leicht entfernt werden können, da dieser Wischgesten zum Blättern und Scrollen unterstützt. Zudem lassen sich Menüs und Parameterlisten statt mit Touchscreen auch mit Dreh-Drück-Regler navigieren und einstellen. Das gewählte Design wurde nicht nur in einem frühen Konzepttest mit Schweißern auf Usability und Attraktivität geprüft, sondern auch auf technische Machbarkeit. Mit einem Machbarkeitsprototypen evaluierten Softwareentwickler von UID und Fronius insbesondere die Animationen des Konzepts auf Umsetzbarkeit in der Entwicklungsumgebung und dem geplanten Prozessor. Während des gesamten Projekts trafen sich die Projektleiter beider Unternehmen in regelmäßigen Steuerungsrunden, um die Ergebnisse der einzelnen Arbeitspakete zu besprechen und Anpassungen am weiteren Projektverlauf vorzunehmen. Dadurch war gewährleistet, dass jederzeit auf Änderungen bei der Verfügbarkeit von Komponenten oder der Machbarkeit einzelner Designaspekte eingegangen werden konnte. Die Bedienoberfläche der TPS/i-Serie unterstützt die Bedürfnisse verschiedener Benutzer, indem sie die Vorteile von Touch-UIs und Dreh-Drück-Reglern vereint. Mit dem Cover-Flow-ähnlichen Navigationskarrussel hat UID eine aus dem Konsum-Bereich bekannte Interaktionsform in die Industriewelt übertragen; mit dem Ziel, Schweißern ein Nutzungserlebnis wie bei Consumer-Geräten zu bieten. n


















