embedded Design: Was sind die größten Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit Ihren Partnern?

Enz: Unsere größte Herausforderung besteht darin, herauszufinden, welches konkrete Problem unsere Partner lösen wollen. Hersteller können ihre Frage wage formulieren, aber oft nicht präzise angeben, was sie wirklich benötigen. Hier setzen wir an und fragen unsere Kunden, was als Ergebnis herauskommen soll und beginnen nicht einfach mit der Planung. Am Beispiel eines Motorprüfstands möchte ich es kurz verdeutlichen: Wir hatten den Auftrag, ein Gerät zur Messung von Widerstand und Kapazität, etc. zu bauen. Schnell wurde im Gespräch klar, dass das Unternehmen damit überprüfen wollte, ob ihre Motoren richtig gestartet wurden. Damit wollten sie feststellen, ob ein Motor sich sehr exakt rund dreht und somit wenig verschleißt. Im Grunde wollte das Unternehmen also ein homogenes Rotationsmagnetfeld messen. Also haben wir einen Magnetsensor verwendet und diesen langsam um den sich rotierenden Motor drehen lassen. Damit war die Aufgabe erfüllt. Wir verfolgen den Ansatz, Probleme aus anderen Blickwinkeln zu betrachten und zu lösen.

embedded Design: Kommunikation ist also das A und O Ihres Unternehmenserfolgs. Sicherlich ist es nicht nur wichtig, die Herausforderungen ihrer Kunden zu ermitteln. Ist nicht auch wichtig, mit den Endverbrauchern zu sprechen und deren Wünsche herauszufinden?

Enz: Ja, einen wichtigen Aspekt bei der Erstellung von Embedded Systemen sehen wir im Kontakt mit Endkunden. Das gilt besonders bei der Visualisierung und Bedienung der Produkte. So möchten Manager Anwendern möglichst viele Funktionen und Werte aufzeigen. Wenn ein Bediener einer Maschine jedoch zu viele Informationen erhält, die er für die eigentliche Arbeit selten oder überhaupt nicht benötigt, fühlt er sich überfordert. Es ist verständlich, dass er die Anwendung als zu kompliziert wahr nimmt, und eine Mitarbeit erschwert. Gespräche mit Endkunden führen wir, bevor wir mit der Entwicklung der Bedienung beginnen. (jhn)